Abwasserreinigungsanlage Allmend, Bazenheid
Die zentrale Kläranlage der Politischen Gemeinde Kirchberg in der Allmend Bazenheid wurde in den Jahren 1967-72 erstellt und seither verschiedentlich erweitert und nachgerüstet (1979-82: Erweiterung Biologie und Schlammbehandlung/1993: Erstellung Phosphat-Fällung). Alle diese Bau- und Erweiterungsschritte verursachten Gesamtkosten von Fr. 13'751'000.—. Finanziert wurden sie durch Beiträge von Bund und Kanton in der Höhe von Fr. 8'115'000.— sowie durch Anteile der Micarna AG von 3'722‘000.— und der politischen Gemeinde von Fr. 1'914'000.—. Die Erstellung der Gasfackelung im Jahr 1994, welche zusätzliche Nettobaukosten von Fr. 98'000.— verursachte, wurde über die Betriebskostenrechnung ARA finanziert.
Die ARA Bazenheid ist heute für eine Belastung von 25'000 E (Einwohner) + EG (Einwohnergleichwerte) hydraulisch, 100'000 E + EG biologisch und 40'000 E + EG Schlamm ausgelegt (E = Einwohner; Schmutzfracht, die ein Einwohner pro Tag produziert/EG = Einwohnergleichwert; Industrie- bzw. Gewerbebelastung in Einwohner umgerechnet). Im kantonalen Vergleich ist sie damit neben den ARA’s Altenrhein, Morgental (Arbon) und St. Gallen-Hofen die viertgrösste ARA von insgesamt 55 Anlagen.
Die ARA Bazenheid reinigt die Abwässer aus dem Gebiet der Politischen Gemeinde Kirchberg (Ausnahmen: Stelz, Schönau, Müetlingen). Ebenfalls sind die gesamte Gemeinde Lütisburg sowie Teilgebiete aus den Gemeinden Jonschwil und Oberuzwil angeschlossen. Ein beträchtlicher Anteil der Schmutzfracht, welche in die ARA Bazenheid eingeleitet wird, entfällt auf die Firma Micarna SA. Die Firmen TMF, Swiss Caps AG und RBI überschreiten bis heute ebenfalls die für Grosseinleiter massgebliche Grenze von 300 gewichteten Einwohnergleichwerten.
1997 hatte die ARA Bazenheid 1'922'600 m³ Abwasser zu verarbeiten. Der Frischschlammanfall betrug Total 36'059 m³.
Die früheren Einleitbedingungen erforderten nur den Abbau der organischen Inhaltsstoffe des Abwassers. Sie konnten bis auf die letzten Jahre eingehalten werden. Seit 1980 fand in unserer Gemeinde eine enorme Entwicklung von Gewerbe und Industrie statt. Dies führte dazu, dass die Kläranlage immer häufiger bis zu 40 % gegenüber dem ursprünglichen Planungszustand biologisch überlastet war und die zurzeit geltenden Einleitbedingungen nur noch zeitweise einhalten konnte. Um eine Entlastung der Biologie zu bewirken und die ab 1. Januar 1995 geltenden Phosphorgrenzwerte einzuhalten, wurde im Jahr 1993 eine Fällungsstation gebaut. Diese brachte den gewünschten Erfolg. Die biologische Überbelastung führte zudem zu enormen Geruchsproblemen, welche in der Zwischenzeit durch Massnahmen an der hauptverursachenden Stelle (Bau einer betriebseigenen Kläranlage bei der TMF) beträchtlich reduziert werden konnte.
Die Bürgerschaft hat an der ausserordentlichen Bürgerversammlung vom 25. September 1998 dem Ausbau der Kläranlage Allmend, Bazenheid zugestimmt. Das Gesamtkonzept umfasst drei Etappen. Die abgeschlossene Etappe 1 beinhaltete die Erneuerung/Erweiterung von Betriebsgebäude und Schlammbehandlung. Zur Zeit ist Etappe 2 im Bau, bei welcher die mechanische Vorreinigung ersetzt wird. In der 3. Etappe wird anschliessend die Biologie nachgerüstet und erneuert.
Organigramm ARA Allmend, Bazenheid

v.l.n.r.: Alfred Holzer, Michael Palecek und Roland Brändle