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News: Regionales Neophytenprojekt läuft an

Neun politische Gemeinden entlang der Glatt und der Thur haben den Start eines regionalen Projekts zur Bekämpfung von Neophyten beschlossen. Der Handlungsbedarf zur Bekämpfung von eingeschleppten, fremden Pflanzen wird je länger je grösser. Entlang der besonders betroffenen Gebiete bei der Glatt und Thur ist ein gemeinsames und koordiniertes Vorgehen angezeigt. Das mehrjährige Projekt erfordert einen erheblichen Personaleinsatz.

Die zunehmende Ausbreitung invasiver Neophyten wird seit einigen Jahren auch in unserer Region mit Besorgnis wahrgenommen. Es handelt sich dabei um Pflanzen, die aus anderen Kontinenten bei uns eingewandert sind oder eingeschleppt wurden, und welche sich wegen fehlender Konkurrenz oder natürlicher Feinde sehr effizient und auf Kosten der angestammten Vegetation ausbreiten können. Gewisse Arten stellen ein gesundheitliches Risiko für Menschen dar, andere bedrohen die Vielfalt der einheimischen Flora, wieder andere verursachen Probleme wegen ihrer destabilisierenden Wirkungen von Gewässer-, Bahn- und Strassenböschungen.

Standorterfassungen
Die Liste der invasiven Pflanzen ist lang, was bei der Bekämpfung eine Konzentration auf die wichtigsten und gefährlichsten Pflanzen erfordert. Die Bekämpfung der Ambrosia wird schon seit einiger Zeit durch die Gemeinden wahrgenommen. Mit einem neuen Projekt wollen die neun Gemeinden Degersheim, Flawil, Gossau, Jonschwil, Kirchberg, Oberbüren, Oberuzwil, Uzwil, Zuzwil in erster Linie den japanischen Knöterich, die Goldrute, das drüsige Springkraut sowie den Riesen-Bärenklau weitgehend eliminieren. Als Vorstufe zur Bekämpfung wurde in den letzten Monaten – zum Teil dank Meldungen aus der Bevölkerung – ein Grossteil der Standorte von Neophyten erfasst. Schwergewichtig sind diese Pflanzen entlang von Bach- und Flussläufen zu finden, aber auch an Waldrändern.

Regionaler Bekämpfungsleitfaden
Die Bekämpfung erfordert einen mehrjährigen und koordinierten Einsatz. Die neun Gemeinden entlang der Glatt und der Thur (Strecke Mühlau bis Oberbüren) haben gemeinsam einen Leitfaden erstellen lassen, der die Bekämpfungsmassnahmen sowie das Vorgehen regelt. Die Ausmerzung der Pflanzen soll konsequent von "oben nach unten" erfolgen. Bekämpfungsequipen haben die Aufgabe, bei Bachläufen zuoberst zu beginnen und alle Fremdpflanzen rigoros zu entfernen. Entlang oder in Wäldern kann auf die Mithilfe von Förstern gezählt werden.

Entsorgung wichtig
Das geschnittene oder ausgegrabene Pflanzengut muss fachgerecht entsorgt werden. Die meisten Pflanzenarten müssen der Kehrichtverbrennung oder mindestens der Vergärung in einer Kompostierungsanlage zugeführt werden. Pflanzenrückstände dürfen keinesfalls liegengelassen werden, da ihre Samen sofort wieder neue Pflanzen generieren. In diesem Zusammenhang ist auch wichtig, dass von Privatpersonen kein Grünmüll in oder entlang von Wäldern gelagert wird, da damit die Verbreitung von Fremdpflanzen stark gefördert wird. Für die illegale Entsorgung von Grünmüll können die Gemeinden Bussen aussprechen.

Bekämpfungsequipen
Nachdem die Gemeinden das gemeinsame Vorgehen und die Bekämpfungsmassnahmen festgelegt haben, wird das insgesamt 108 km2 umfassende Gebiet in Teilprojekte unterteilt. In den Teilprojekten werden unter Beizug von spezialisierten Firmen Bekämpfungsequipen gebildet. Für die Bekämpfungsequipen werden Arbeitslose in Form von Beschäftigungsprogrammen, Asylbewerber oder Zivildienstleistende eingesetzt. Die einzelnen Gemeinde-Bauämter helfen bei den Teilprojekten mit, indem sie für die Entsorgung des Pflanzguts oder für die Bereitstellung von Fahrzeugen und Geräten sorgen. Der Kanton beteiligt sich teilweise an den entstehenden Personalkosten. Ebenso hat er einen Projektbeitrag an den Bekämpfungsleitfaden geleistet, da das Vorgehen entlang der Glatt und Thur als kantonales Pilotprojekt gilt.

Erste Bilanz in drei Jahren
Die Bekämpfung erfolgt in erster Linie während der Vegetationsperiode, also zwischen Mai und Oktober. Die Pflanzenbekämpfung muss jährlich wiederholt werden, um einen nachhaltigen Erfolg zu erzielen. Eine erste Erfolgskontrolle wird nach drei Jahren gemacht. Danach wird das Projekt gemäss den gewonnenen Erkenntnissen angepasst und wahrscheinlich weitergeführt.

Rückfragen sind zu richten an:
 Dr. Alfred Brülisauer, kant. Amt für Natur, Jagd und Fischerei
 PLANIUM GmbH, Wil, Projektleitung, Peter Stutz, Tel. 071 911 78 60
 Begleitgruppe Gemeinden: Andrea Taverna, Gemeindepräsident Oberbüren, Tel. 071 955 90 41;
   Stefan Frei, Gemeindepräsident Jonschwil, Tel. 071 929 59 28


Gemeinde Kirchberg SG
Dorfplatz
9533 Kirchberg SG
Tel. 071 932 35 35
Fax 071 932 35 36
E-Mail gemeinde@kirchberg.ch

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