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Bilanz der regionalen Neophytenbekämpfung:
Im Jahre 2011 wurden im Einzugsbereich der Glatt und Thur wiederum knapp 100 Tonnen Neophyten entsorgt. Die beteiligten neun Gemeinden und drei kantonale Ämter konnten im zweiten Projektjahr mit Befriedigung feststellen, dass sich erste Anfangserfolge der regionalen Bekämpfungskampagne einstellen. Es wird betont, dass die Chancen gestiegen sind, um langfristig die negativen Wirkungen der Neophyten zu minimieren, wenn die Anstrengungen fortgeführt werden.
Die Ausbreitung invasiver Neophyten veranlasste die neun Gemeinden Degersheim, Flawil, Gossau, Jonschwil, Kirchberg, Oberbüren, Oberuzwil, Uzwil, Zuzwil im Frühjahr 2010 zum Handeln. Diese Pflanzen sind aus anderen Kontinenten bei uns eingewandert oder wurden eingeschleppt und verbreiten sich wegen fehlender Konkurrenz oder natürlicher Feinde sehr effizient und auf Kosten der angestammten Vegetation. Gewisse Arten stellen ein gesundheitliches Risiko für Menschen dar, andere bedrohen die Vielfalt der einheimischen Flora, wieder andere verursachen Probleme wegen ihrer destabilisierenden Wirkungen von Gewässer-, Bahn- und Strassenböschungen.
100 Tonnen mit 8'230 Mannstunden
Zur Bekämpfung entlang von Bächen und Waldrändern wurden Bekämpfungsgruppen aus Gemeindeangestellten, Gartenbauunternehmen, kantonalen Ämtern, Zivilschutzleuten, Zivildienstleistenden, Asylbewerbern und Arbeitslosen gebildet. Für die Erfassung, Bekämpfung und Dokumentation wurden in den Sommermonaten 8'230 Mannstunden eingesetzt. Die Menge der ausgerissenen oder geschnittenen Neophyten ergab eine Biomasse von ca. 80 bis 100 Tonnen. In erster Linie wurden die festgestellten Vorkommen des japanischen Knöterichs, der Goldrute, des drüsigen Springkrauts sowie des Riesen-Bärenklaus stark dezimiert.
Rückläufige Tendenz
Obwohl das Bekämpfungsgebiet auf eine grössere Fläche ausgedehnt wurde, sind die Mengen und die eingesetzten Stunden gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig. Die Kantons- und Gemeindeverantwortlichen führen dies auf die konsequente Bekämpfung im Jahre 2010 zurück und sehen darin einen ersten Anfangserfolg der grossen Bemühungen. Es wird erwartet, dass die Mengen in den kommenden Jahren weiter zurückgehen.
Kampfansage an illegale Grünmüllentsorger
Die Kantons- und Gemeindeverantwortlichen rufen private Gartenbesitzer, Gärtnereien und Landwirte zu einem konsequenten Verhalten auf. Mit illegaler Grünmüllentsorgung entlang von Waldrändern und Bächen könnten die Samen fremder Pflanzen stark verbreitet und so die Bemühungen von Gemeinden und Kanton zunichte gemacht werden. Die Bekämpfungsaktion 2011 war mit Kosten von gut Fr. 225'000 verbunden. Davon übernimmt der Kanton 200'000 Franken, der Rest wird von den beteiligten Gemeinden finanziert. .
Bemühungen weiterführen
Um einen nachhaltigen Erfolg zu erzielen, wird die Eliminierung der Fremdpflanzen über mehrere Jahre fortgeführt. Gleichzeitig soll jedoch die Sensibilisierung der Öffentlichkeit verbessert werden. Die Organisation während der nächsten Vegetationsperiode von Mai bis Oktober 2012 wurde festgelegt und der dafür nötige Personaleinsatz geplant.
Rückfragen:
- Dr. Alfred Brülisauer, kant. Amt für Natur, Jagd und Fischerei, Tel. 058 229 31 51
- PLANIUM GmbH, Wil, Projektleitung, Peter Stutz, Tel. 071 911 78 60
- Begleitgruppe Gemeinden: Stefan Frei, Gemeindepräsident Jonschwil, Tel. 071 929 59 28