3 Alttoggenburg / St. Iddaburg: In verschiedenen Zeiten belegte Höhensiedlung
Auf dem Höhenrücken der Alttoggenburg.
Der Ganze Bergrücken war überbaut bzw. in das Verteidigungsdispostiv einbezogen. Auf dem Hügelrücken mind. 6 Gräben: erster beim alten Wallfahrtsgebäude, zweiter vor dem Känzeli, dritter nach dem Känzeli, vierter beim heutigen Durchgang durch den Nagelfluhfelsen, fünfter etwas danach und sechster nach erhöhtem Plateau. Kleinere Gräben wohl auch noch an den Flanken, so z. B. auf den Graten südwestlich der Kirche bzw. nordwestlich des Gasthauses. Von mittelalterlicher Überbauung durch Grabungen von Knoll nachgewiesen (genauerer Beschrieb der Befunde s. Beiblätter): Turm (?) oder Gebäude auf dem Känzeli. Turm bei der Absturzstelle der Hl. Idda mit ebenerdigem Eingang. Turm bei der „Ruine“. Pfostenlöcher und Mauerstücke im Bereich der Kirche. Im Graben vor dem Känzeli Mörtelestrich (Gebäude?). Im Bereich der Wirtschaft (NW-Ecke Plateau) weitere Befunde (Mauerreste und Gewände). Die Lageskizze und die Ansicht von 1883 zeigen noch verhältnismässig hoch erhaltene Mauerreste. Auf beiden ein Turmstumpf ist wohl mit dem von F. Knoll-Heitz freigelegten Turm bei der „Ruine“ zu identifizieren. ¨
Funde: Neben Funden der Grabungen 1952-57 waren „bei Grabungen ... in den letzten Jahren noch Spitzen von Speeren und anderes, was heute auf der Iddaburg aufbewahrt wird“ gefunden worden (Dietrich 1952, taf. 8. Ackermann 1954, 61). Kachel. Und Gefässscherben vom 11. Bis 13. Jh. Kleinfunde in ähnliche Zeitspanne. Nach dem Material zu schliessen wurde die Burg wohl im 14. Jh. verlassen. Dies kann auch mit den schriftlichen Nachrichten in Verbindung gebracht werden, die nach 1320 die Burg nicht mehr explizit nennen. Beim Bau der Kirche Gähwil 1747/48 wurde Steinmaterial von der Alttoggenburg verwendet (Huber 1937, 74. Dietrich 1952, 533).