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51 Sodbrunnen Gähwilerstrasse

Telefon 10.30 von Herrn Bruno Schöb, Bauverwalter der Gemeinde Kirchberg, dass bei Bauarbeiten vor dem Moto-Center Targiroff ein Sodbrunnen zum Vorschein gekommen sei. Er habe einen partiellen Baustopp angeordnet und bitte um rasche Begutachtung.
Beim Abtragen der Wiese westlich der bestehenden, gewinkelten Betonmauer wurde eine grosse Sandsteinplatte entdeckt. Nach deren Abbruch stiess man auf den Sodbrunnen, worauf der Polier der Firma Krämer den Fund dem Bauamt meldete.
Die Betonmauer, welche wohl etwa 1970/75 entstand, verläuft über die östliche Hälfte des Sodes. Dieser wurde bei diesen Bauarbeiten sicher entdeckt und geöffnet, da unter der grossen Sandsteinplatte Sagex-Stücke lagen. Davon ist in Kirchberg aber anscheinend nichts (mehr) bekannt.
Es handelt sich um einen leicht ovalen Sod von 110 x 95cm Durchmesser (110cm Richtung NNE-SSW, 95cm EEN-WSW) aus Lesesteinen, mehrheitlich Kieseln von unterschiedlicher Grösse (Faust/Kinderkopfgrösse bis 40 x 20cm). Vereinzelt finden sich auch Nagelfluh-Brocken. Die obere Kante des Sodes zeigte Spuren eines Aufbaus: Mörtelspuren und Backsteine (welche in der Verkleidung des Sodes sonst nicht vorkommen). Im Schacht stecken vier Rundhölzer von ca. 15cm Durchmesser, die versetzt angeordnet sind und wohl als „Treppe“ zur Reinigung des Brunnens dienten. Sie sind wegen des hohen Wasserspiegels (s. u.) sehr gut erhalten, nur der oberste (Nr. 4) ist durch die Schwankungen des Wasserstandes stärker angegriffen. In den Brunnen führten zwei Eisenrohre (kommen wohl von Haus Nr. 170 her), die am Rundholz 2 mit Eisenklammern fest gehalten werden. Möglicherweise diente der Sod also in späteren Zeiten als Sickergrube.
Bei der Entdeckung des Brunnens war er randvoll mit Wasser gefüllt und musste ausgepumpt werden. Bei unserer Messung lag der Wasserspiegel 3,1m unter der Oberkante des Sodes. Es tropfte aber ständig Wasser in den Sod nach, er wird wohl bald wieder gefüllt sein. Herr Schöb berichtet, dass der Wasserstand in diesem Gebiet allgemein recht hoch stehe und das westlich angrenzende Areal „Seefeld“ heisse.
Der Brunnen ist anhand der vorliegenden Informationen nicht zu datieren. Er dürfte wohl nach der Einführung der Wasserversorgung vor rund 100 Jahren aufgelassen worden sein. Hier müssen künftige Funde genauere Informationen liefern.

Gemeinde Kirchberg SG
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